Sencrop Interview Tietje Beckedorf, aus "Beckedorf Frisch-Gemüse" in Reinbek
Was ist für Sie im Gemüsebau hinsichtlich des Wetters die größte Herausforderung?
Wir bauen an zwei Standorten auf jeweils 150 ha Freilandgemüse an, vor allem Rucola und Blattsalate. Damit wir jeden Tag ernten und liefern können, müssen wir alle zwei bis drei Tage auf der nächsten Parzelle säen, da haben wir nicht viel Spielraum. Um dafür die richtigen Entscheidungen für die Bodenbearbeitung, die Aussaat und für Pflegemaßnahmen treffen zu können, müssen wir die aktuelle Witterungssituation und insbesondere die Regenmengen der letzten Stunden an beiden Standorten kennen.
Warum ist das für Ihren Betrieb so wichtig?
Unsere Salatpflanzen sind sehr empfindliche Kulturen, die verzeihen keine ackerbaulichen Fehler. Die Feldsalat- und Rucola-Beete muss man nach der Saat glatt walzen, um optimale Bodenbedingungen für die Ernte zu schaffen. Wenn vorher Regen fällt, muss ich vorsichtig sein. Man darf das Saatgut nicht in einen von 10 Liter Regen durchnässten Boden reinschmieren. Das rächt sich. Wenn nach der Saat und auf noch junge Pflanzen 20 Liter Regen kommen, dann verkrustet die tischeben gewalzte Oberfläche. Auch das behindert den gleichmäßigen Aufwuchs der jungen Pflanzen.
Und für diesen Überblick hilft Ihnen die Sencrop-Wetterstation?
Ja. Wir haben jetzt jederzeit für beide Standorte einen guten Überblick, ob es gerade regnet und darüber, was in den letzten Stunden an Regen gekommen ist. Ich sehe die Daten in Echtzeit auf meinem Smartphone und kann dabei auch die Historie einsehen. Bisher war es immer schwierig, einen exakten und gleichzeitig aktuellen Überblick über die Regenmengen an unseren beiden Standorten zu bekommen. Dafür musste jemand schon hinfahren und die Regenmesser vor Ort kontrollieren.
Welche Verbesserungen hat die Sencrop-App für die Arbeit im Team gebracht?
Die Arbeitsplanung und Abstimmung ist jetzt viel einfacher. Wir arbeiten im Ackerbau mit einem Team von sieben Mitarbeitern, die jeweils unterschiedliche Aufgaben haben und die deshalb für ihre Entscheidungen auch andere Informationen benötigen. Der Kollege, der die Bodenbearbeitung macht, muss anders entscheiden als der Mitarbeiter, der für die Beregnung zuständig ist. Über die App haben alle Zugriff auf die aktuellen Wetterinfos. Auch die Organisation ist einfacher. So muss ich einen Mitarbeiter, der nach dem Wochenende starten will, nicht erst über den Witterungsverlauf am Wochenende informieren – den kann er auf seinem Smartphone sehen und gleich reagieren.
Wie hilft Ihnen die langfristige Aufzeichnung der Wetterdaten?
Unsere Sencrop-Wetterstationen ersetzen nicht nur die bisherigen Regenmesser, sondern auch die handschriftliche Erfassung und den nachträglichen Übertrag in Tabellen für die Nachverfolgung. Mit der Sencrop-App können wir jederzeit sehen, welche Regenmengen in der Vergangenheit gefallen sind. Dadurch können wir beispielsweise erkennen, ob die schlechtere Entwicklung einzelner Parzellen eine Folge von Trockenheit ist oder ob sie aus der Bodenbearbeitung oder dem Säen bei zu nassem Boden herrührt. So können wir für die Zukunft lernen und solche Fehler, die Ertrags- oder Qualitätsverluste mit sich bringen können, reduzieren.
Beckedorf Frisch-Gemüse in Reinbek und Hamburg:
Familie Beckedorf baut in Reinbek vor den Toren Hamburgs auf zwei Standorten mit jeweils rund 150 ha Fläche Rucola und Blattsalate im Freiland an. Die Schlaggrößen haben jeweils 20 bis 30 ha, die Einzelparzellen darin eine durchschnittliche Größe von zwei bis drei ha. Die erste Sencrop-Station haben Beckedorfs im letzten Jahr aufgestellt, nachdem sie das Sencrop-Team auf der Agritechnica 2019 kennengelernt haben. Inzwischen ist bereits die zweite Station im Einsatz.
Das Sencrop-Team
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