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So nutzen Sie die Wettervorhersage, um die Wirksamkeit Ihrer Pflanzenschutzbehandlungen zu optimieren

So nutzen Sie die Wettervorhersage, um die Wirksamkeit Ihrer Pflanzenschutzbehandlungen zu optimieren

Um die Verbreitung von Krankheiten und Schädlingen auf den Kulturen zu reduzieren und ihre Erträge zu maximieren, setzen Landwirte häufig Pflanzenschutzmittel ein. Die Anwendung muss effizient, aber gleichzeitig auch umwelt- und anwenderschonend sein. Der Plan Ecophyto II+ sieht vor, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2025 zu halbieren, wodurch der Handlungsspielraum der Landwirte allerdings noch stärker eingeschränkt wird. Darüber hinaus hat die Rücknahme bestimmter Wirkstoffe vom Markt zur Folge, dass den Landwirten für die Bekämpfung von Schädlingen auf ihren Kulturen immer weniger Lösungen zur Verfügung stehen. Für den Kauf der Pflanzenschutzmittel wiederum benötigen sie ein umfangsreiches Budget. Angesichts der immer strengeren Vorschriften und der Notwendigkeit, wirtschaftlich rentabel zu arbeiten, erweist sich die Optimierung der Wirksamkeit von Pflanzenschutzbehandlungen durch eine Reduzierung der Betriebsmittel als die beste Lösung.

Zunächst einmal muss darauf hingewiesen werden, dass eine Behandlung nur dann wirksam ist, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt und unter den richtigen Anwendungsbedingungen durchgeführt wird. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihre Parzellen regelmäßig beobachten und die Verbreitung von Krankheiten und Schädlingen mithilfe von ultralokalen Wetterdaten verfolgen.

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Entdecken Sie die 5 Instrumente zur Optimierung Ihrer Pflanzenschutzbehandlungen:

1. Bei optimalen Witterungsbedingungen spritzen

Bei den Witterungsbedingungen gibt es günstige Bereiche für Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit, die die Persistenz des Produkts verbessern oder seinen Niederschlag auf den Pflanzen begünstigen.

🌡️ Temperatur

Sie spielt eine entscheidende Rolle bei der Anwendung von systemischen Pflanzenschutzmitteln, die optimale Bedingungen benötigen, um ihre Wirksamkeit zu entfalten. Nachdem sie von der Pflanze aufgenommen wurden, werden sie über den Saftstrom transportiert. In diesem Fall müssen sich die Pflanzen aber in der Entwicklungsphase befinden, für die Temperaturen zwischen 5°C und 15°C ideal sind. Bei Kontaktmitteln wiederum soll möglichst viel Wirkstoff auf die Oberfläche der Pflanze gelangen. Daher muss der Verdunstungsverlust begrenzt werden, so dass Temperaturen unter 25ºC in Verbindung mit einer Luftfeuchtigkeit von >70 % am besten geeignet sind.

🌬️ Wind

Die Gesetzgebung sieht vor, dass Pflanzenschutzmaßnahmen nur bei einer Windgeschwindigkeit von weniger als 19 km/h durchgeführt werden dürfen. Aber auch unterhalb dieser Geschwindigkeit besteht die Gefahr, dass die Tropfen auf dem Blatt trocknen und die Kutikula weniger aufnahmefähig ist. Es wird daher empfohlen, die Behandlung bei maximal 5 bis 10 km/h Windgeschwindigkeit durchzuführen. In den meisten Fällen ist der Wind in der Nacht und am frühen Morgen am schwächsten.

📈 Luftfeuchtigkeit

Beim Aufbringen von Spritzbrühe sollte die Luftfeuchtigkeit über 80 % liegen, um das Verdunstungsrisiko zu begrenzen und ideale Bedingungen für die Aufnahme des Mittels durch die Pflanze zu schaffen. Die Luftfeuchtigkeit ist am frühen Morgen am höchsten und sinkt mit dem Sonnenaufgang.

💧 Tau

Er verbessert den Erfolg der Pflanzenschutzbehandlung, wenn Sie ein systemisches Mittel verwenden. Tau erhöht die Durchlässigkeit der Kutikula und fördert die Weiterleitung der Wirkstoffe in der Pflanze. Der Nutzen ist besonders groß, wenn der Tau nach dem Aufbringen des Pflanzenschutzmittels abtrocknet.

🌧️ Regen

Ein Regenschauer nach dem Aufbringen einer Anwendung verdünnt das Produkt und wäscht es aus. Von einer Pflanzenschutzbehandlung kurz vor einem angekündigten Regenschauer wird auf jeden Fall abgeraten. Regen wirkt sich auch auf die Auswaschung der Produkte aus und begünstigt die Abdrift.

Neben diesen verschiedenen Faktoren sind auch die Witterungsbedingungen an den Tagen vor der Behandlung zu berücksichtigen. Zum Beispiel weisen die Pflanzen nach einer starken Frostperiode Verletzungen der Epidermis auf, wodurch zwar einerseits das Eindringen von Pflanzenschutzmitteln begünstigt, aber anderseits auch die Gefahr der Phytotoxizität erhöht wird.

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Die Wetterstationen von Sencrop bieten die Möglichkeit, diese Daten im Hinblick auf eine maximale Präzision lokal auf der Parzelle zu erfassen.

2. Ermitteln Sie das richtige Wachstumsstadium für Ihre Pflanzenschutzbehandlungen.

Vorausgesetzt, Sie verwenden ein Produkt mit der richtigen bioziden Wirkung, hat der Zeitpunkt der Aufbringung einen großen Einfluss auf die Wirksamkeit, da er stark vom Entwicklungsstadium des Krankheitserregers und den Witterungsbedingungen abhängt.

Mit fortschreitender Entwicklung des Krankheitserregers ändert sich seine Empfindlichkeit gegenüber der Wirkung von Pflanzenschutzmitteln, da er genetische Resistenzen oder physische Widerstandsformen wie Netze oder Kokons entwickeln oder Stoffe synthetisieren kann, die ihn schützen, seine Verbreitung verhindern oder die Möglichkeit verringern, dass das Mittel seine empfindlichen Organe erreicht.

Die Anfälligkeit der Kulturen für Krankheiten verändert sich mit dem jahreszeitlichen Entwicklungsstand und muss berücksichtigt werden, um das Risiko eines schweren Befalls zu verringern.

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Sie können die Wachstumsstadien der Kulturen (Körnermais, Futtermais, Sonnenblumen, Flachs, Hirse und Grünland) dank eines von Semences de France bereitgestellten Indikators direkt in der Sencrop-App visualisieren.

3. Lassen Sie sich bei der Entscheidungsfindung durch Entscheidungshilfen  unterstützen, die mit lokalen Wetterdaten verknüpft sind.

Landwirtschaftliche Entscheidungshilfen unterstützen Sie dabei, Ihre Wetterdaten präzise zu interpretieren, damit Sie anschließend fundierte agronomische Entscheidungen treffen können. Durch die Verknüpfung ultralokaler Wetterdaten mit anerkannten agronomischen Modellen wird die Genauigkeit der Beratung um das Zehnfache gesteigert.

Einige dieser Entscheidungshilfen ermöglichen es beispielsweise, den Einsatz von Betriebsmitteln zu optimieren, insbesondere dank der Angaben zu den günstigsten Behandlungsfenstern. So können Sie die phytosanitäre Vorgehensweise logisch analysieren und Ihre Parzellen zum richtigen Zeitpunkt mit der notwendigen Dosis behandeln.

Diese Entscheidungshilfen sind oft auf eine bestimmte Art von Kultur oder Krankheit spezialisiert und fungieren als sogenannte „vertrauenswürdige Dritte“. Sie sind eine echte Hilfe bei der Diagnose von Krankheiten und Schädlingen, aber auch für die Empfehlung von Pflanzenschutzmaßnahmen überaus nützlich. Der Abgleich ultralokaler Wetterdaten mit diesen Entscheidungshilfen ermöglicht eine schnelle Senkung des Behandlungshäufigkeitsindexes (TFI) und eine konkrete Annäherung an die vom französischen Staat für 2025 gesetzten Ziele, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu halbieren.

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Sencrop ermöglicht Ihnen, Ihre lokalen Wetterdaten mit den besten marktüblichen Entscheidungshilfen zu kombinieren. Sie speisen diese Hilfsmittel mit Ihren Präzisionsdaten und erhalten eine immer präzisere Beratung. Die Liste der kompatiblen Entscheidungshilfen wird regelmäßig erweitert.
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Verbinden Sie Ihr Krankheitsprognosemodell mit Sencrop, um Landwirten im Smart Farming bei wichtigen Entscheidungen unterstützend zur Seite zu stehen.

4. Reduzieren Sie die Kupferdosierung mithilfe von Wettervorhersagen.

Kupfer wird in der Landwirtschaft traditionell zur Vorbeugung und Behandlung bestimmter Pilzkrankheiten bei verschiedenen Kulturen eingesetzt. Unabhängig von der Formulierung des Kupferprodukts wird das Kupferion (Cu++) in einer wässrigen Umgebung freigesetzt und beeinträchtigt die Atmungs-, Enzym- und Membranaktivitäten des Pilzes. Es wird von der Pflanze kaum oder gar nicht absorbiert (außer wenn es als Blattdünger verwendet wird). Das Kupferion auf der Oberfläche der Pflanzen schützt diese sie vor einer eventuellen Kontamination während eines Niederschlagsereignisses (Regen, Tau).

Es gibt drei Arten von Kupfer, die in Abhängigkeit von den bevorstehenden Regenfällen und dem Luftdruck eingesetzt werden können. Wir stellen Ihnen eine Tabelle mit den wichtigsten Eigenschaften jeder Formulierung zur Verfügung:


Kupferhydroxide

Oxychloride

Kupfersulfate

Schnelle Freisetzung und Wirkung

+++

++

+

Beständigkeit gegen Auswaschung

+

++

+++

Phytotoxizität

+

++ (vor allem bei saurem pH-Wert)

+

Sonstige Merkmale

Bestimmte Additive können die Schockwirkung verlangsamen (z. B. Kiefernöl). 

Sie weisen eine stärkere Konzentration als andere Produkte auf (wodurch sich das aufzubringende Volumen verringert).

Das bekannteste Mittel ist die Bordeaux-Brühe.

Wann sollte eine Behandlung wiederholt werden?

Es ist schwierig, die Remanenz der verschiedenen verwendeten Produkte genau festzulegen. Neben der Aufbringungsqualität und den chemischen Eigenschaften des Produkts sind auch andere Parameter zu berücksichtigen, wie z. B.:

  • Die Entwicklung der Biomasse der Kulturpflanze: Wenn sie seit der letzten Behandlung gewachsen ist, ist es wichtig, das neu gebildete Gewebe zu schützen. Weinreben beispielsweise können in der Wachstumsphase innerhalb von 7 Tagen um 15 cm wachsen.
  • Der Grad der Auswaschung hängt von den kumulierten Regenfällen, aber auch von der verwendeten Dosis ab. Bei trockenem Wetter kann sich eine Wiederholung als nutzlos erweisen, sie sollte daher nur erfolgen, wenn weiterer Regen bevorsteht oder bei feuchtem Wetter (Tau, Nebel ...).
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Mithilfe des Regenmessers Raincrop und einer Lizenz für die Sencrop-App können Sie die Schlüsseldaten für eine Kupferbehandlung sammeln: kumulierte Regenmenge, Feuchtigkeitsgrad ... Anschließend können Sie diese Informationen anhand von Karten oder Wettervorhersagen bearbeiten.

5. Der Einfluss des Wetters auf die fungizide Wirkung von Schwefel.

Wie Kupfer ist auch Schwefel aufgrund seiner Multisite-Wirkung eines der in der Landwirtschaft am häufigsten verwendeten Fungizide. Tatsächlich bekämpfen beide Produkte den Pilz, indem sie an mehreren Zellorten eingreifen. Moderne Fungizide, die auf diesen beiden Molekülen basieren, sind so konzipiert, dass sie nur an einer Stelle des Pilzstoffwechsels wirken und mit geringen Mengen pro Hektar hochwirksam sind. Im Vergleich zu den bisherigen synthetischen Molekülen weisen sie eine längere Remanenz auf.

Welche Art von Schwefel wählen?

Auf dem Markt sind verschiedene Arten von Schwefel erhältlich: pulverförmig (gemahlen/sublimiert/gemischt) und benetzbar (konzentrierte Suspension und Granulat). Unabhängig von der gewählten Formulierung ist die Sublimation (Übergang von fest zu gasförmig, ohne den flüssigen Zustand zu durchlaufen) das physikalische Phänomen, das dem Schwefel seine antimykotische Wirkung verleiht. Daher ist eine gute Sublimation für eine erhöhte Wirksamkeit unerlässlich.

Andererseits ist die Größe der Partikel für eine gute Persistenz und eine geringe Phytotoxizität entscheidend. Beim Versprühen von homogenen und dichten Partikeln lässt sich ein größerer Umfang an Pflanzen abdecken und somit eine größere Kontaktfläche zwischen Partikeln und Atmosphäre erzielen, wodurch sich die Wirksamkeit erhöht.

Die Behandlungsbedingungen:

Die Helligkeit ist ein wichtiger Faktor zur Verbesserung der Sublimation bei gleicher Temperatur. Je höher die Temperaturen sind, desto ausgeprägter ist der Sublimationseffekt. Bei Temperaturen über 28ºC und einer geringen Luftfeuchtigkeit (< 70 %) nimmt die Phytotoxizität jedoch deutlich zu. Außerdem verringert das Vorhandensein von Wasser auf den Blättern die Wirksamkeit der Behandlung, da diese entweder ausgewaschen wird oder verdunstet.

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In der Sencrop-App sehen Sie auf dem Dashboard die Korrelation von Temperatur und Luftfeuchtigkeit mit Echtzeit-Messungen. Auf diese Weise können Sie die günstigsten Bedingungen für eine Schwefelbehandlung erkennen.

Die Wirksamkeit einer Pflanzenschutzbehandlung hängt also von vielen Kriterien ab. Das Wetter ist nach wie vor die Hauptsorge der Landwirte beim Aufbringen von Pflanzenschutzmitteln. Anhand der Daten der auf der Parzelle installierten, vernetzten Wetterstationen (Regen- und Windmesser) können Sie die Witterungsbedingungen präzise überwachen und zum günstigsten Zeitpunkt intervenieren. Und vergessen Sie nicht das Wichtigste: Tragen Sie Ihre persönliche Schutzausrüstung, die Sie vor toxischen Risiken und möglichen Gesundheitsproblemen schützt.

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