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Futter knapp ? Jetzt die Futterbilanz machen damit die Vorräte bis zum Frühjahr reichen

Sencrop-Wetterstation auf einer Grünlandfläche im Herbst mit Milchkühen

Der Mais ist siliert: Jetzt wird gerechnet. Die Futterbilanz in fünf Schritten, die Hebel bei einem Defizit und wie die Grünlandtemperatursumme das Ende der Winterfütterung bestimmt.


Mitte Oktober ist der Mais siliert, und Futter wächst kaum noch nach. Was jetzt im Silo und in der Halle liegt, muss die Herde bis zum Frühjahr versorgen. In vielen Futterbaubetrieben fiel der letzte Schnitt dünn aus, und der Mais hat kleine oder gar keine Kolben. Die Frage lautet: "Wie viele Tonnen Trockenmasse fehlen mir, und bis wann reichen die Vorräte?" Genau das beantwortet die Futterbilanz.

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Auf einen Blick
- Die Futterbilanz vergleicht Vorräte und Bedarf in Tonnen Trockenmasse (t TM) über einen festgelegten Zeitraum.
- Rechnen Sie Gruppe für Gruppe und ziehen Sie Verluste ab.
- Das Ergebnis in Tagen Reichweite ausdrücken, nicht in Prozent.
- Im Grünland gilt jetzt : mit rund 7cm in den Winter, Nachsaat erst wieder im Frühjahr.

Lage im Herbst 2026
- Westen : Laut top agrar (19.August 2026) rechneten Landwirte in Südwestfalen mit 25 bis 30 Prozent weniger Mais.
- September : Laut DWD fielen im Saarland nicht einmal 5l/m2, un Rheinland-Pfalz 19 l/m2, in Hessen 29 l/m2.

Warum die Futterbilanz jetzt fällig ist

Weil die Silos jetzt gefüllt sind: Sie rechnen mit echten Mengen statt mit Schätzungen. Und weil früh getroffene Entscheidungen weniger kosten: Ersatzfutter lässt sich besser organisieren, bevor die ganze Region gleichzeitig sucht. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) rechnet es vor: 10 Prozent weniger Maissilage sofort entsprechen dem Spareffekt von 30 Prozent weniger drei Monate später.

Futterbilanz in Trockenmasse: die Methode in fünf Schritten

Das Prinzip ist eine Subtraktion: verfügbare Vorräte (t TM) minus Bedarf der Herde (t TM). Gerechnet wird in Trockenmasse, weil sich nur so Heu, Silage und Stroh vergleichen lassen. Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) stellt dafür das kostenlose „Praxistool Fütterungscontrolling“ bereit.

  1. Zeitraum festlegen: bis zum Weideaustrieb, bis zum ersten Schnitt oder bis zur nächsten Maisernte.
  2. Bedarf Gruppe für Gruppe berechnen: Grobfutteraufnahme (kg TM je Tier und Tag) × Anzahl Tiere × Anzahl Tage. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen nennt rund 13 kg für die Milchkuh und 5 bis 10 kg für Jungrinder, je nach Alter.
  3. Vorräte erfassen: zählen, ausmessen, wiegen. Beispiel: 120 Strohballen zu 250 kg × 0,86 = 25,8 t TM. Im Fahrsilo gilt Volumen mal Lagerungsdichte, im Mittel 180 kg TM/m³ für Grassilage und 220 kg TM/m³ für Maissilage (LWK Niedersachsen).
  4. Verluste abziehen: Laut LWK Niedersachsen zeigen über 60 Prozent der geöffneten Silomieten Nacherwärmung oder Verpilzung, mit vermeidbaren Verlusten von 20 Prozent und mehr.
  5. Reichweite in Tagen ablesen: 80 Milchkühe × 13 kg × 200 Tage = 208 t TM Bedarf. Stehen nach Verlusten 170 t TM zur Verfügung, fehlen 38 t TM, also rund 37 Tage.
Die fünf Schritte einer Futterbilanz in Trockenmasse, vom Zeitraum bis zur Reichweite in Tagen
Die Futterbilanz in fünf Schritten (Werte: LWK Niedersachsen, LfL)

Zwei Hinweise: Ein Mais mit wenig oder ohne Kolben hat nicht den Futterwert eines normalen Maises, eine Futteranalyse verhindert, dass Sie den Siloinhalt überschätzen. Und eine Bilanz, die gerade so aufgeht, verträgt keinen späten Frühling.

Defizit: welche Hebel jetzt greifen

Gehen Sie ein Defizit nach Kosten und Geschwindigkeit an.

Hebel bei einem Futterdefizit, nach Kosten und Geschwindigkeit
HebelWorauf achtenQuelle
Bestand kritisch prüfenLeistungsschwache oder kranke Tiere zuerstLLH
Grobfutter gezielt verteilenBeste Silagen an Frischmelker und HochleistendeLLH
StrohHöchstens 4 kg je Tag (Milchvieh bis 30 kg Leistung), kurz gehäckseltLfL, LLH
BiertreberHöchstens 15 kg Frischmasse je Tag bei MilchkühenLfL
Silomais oder Grassilage zukaufenFrüh planen, bevor die Nachfrage in der Region steigt–

Grünland winterfit bringen

Laut top agrar (30. September 2026) sind die Empfehlungen der Landesanstalten eindeutig:

  • Erst beobachten. „Wo nichts wächst, ist nichts zu tun. Auch keine Dünge- oder Güllegaben“, so die LfL Bayern für ausgetrocknete Flächen.
  • Mit rund 7 cm in den Winter. Zum Vegetationsende sollte der Aufwuchs im Mittel etwa 7 cm hoch sein, insgesamt unter 10 cm (LWK NRW). Jeder Weidetag spart Vorräte, aber ein Boden, der nicht mehr trägt, wird geschont. Wie unterschiedlich Böden reagieren, lesen Sie in Das müssen Sie bei den unterschiedlichen Bodenarten beachten.
  • Nachsaat im Frühjahr planen. Das Zeitfenster für die Herbstnachsaat endet laut LWK NRW Mitte Oktober in den Niederungen und Anfang Oktober in höheren Lagen. Lückige Bestände werden jetzt notiert und im Frühjahr nachgesät.

Wann endet die Winterfütterung? Die Grünlandtemperatursumme

Ihre Futterbilanz reicht bis zum Weideaustrieb oder zum ersten Schnitt, und dieser Termin ist nicht fest: Ein kaltes Frühjahr verlängert die Winterfütterung. Die Beratung arbeitet dafür mit der Grünlandtemperatursumme (GTS). Laut top agrar (14. März 2026) werden ab dem 1. Januar die positiven Tagesmitteltemperaturen addiert, im Januar mit dem Faktor 0,5, im Februar mit 0,75 und ab März voll.

Grünlandtemperatursumme: Schwellenwerte im Frühjahr (Prognosemodell ISIP)
GTS (°C)Bedeutung laut Prognosemodell ISIP
unter 170Keine Düngeempfehlung
170 bis 200Düngung möglich, wenn Witterung und Boden es zulassen
ab 200Vegetationsbeginn

Der Richtwert berücksichtigt keine Standortfaktoren wie den Bodentyp, betont die LWK Niedersachsen: In Schleswig-Holstein schwankte der nachhaltige Wachstumsbeginn zwischen 190 und 290 °C.

Mit Sencrop Regen und Temperatur Ihrer Flächen verfolgen

Tiere draußen lassen oder aufstallen, den Vegetationsbeginn im Frühjahr abschätzen: Diese Entscheidungen hängen am Wetter auf Ihrer Fläche, nicht am regionalen Durchschnitt. Herbstschauer sind oft eng begrenzt (siehe Warum ist die Niederschlagsmenge so schwer zu berechnen?).

  • Niederschlagssummen je Fläche. Die Sencrop-Station misst den Regen mit einem Kippwaagen-Regenmesser, dazu Lufttemperatur und Luftfeuchte, alle 15 Minuten. In der App vergleichen Sie Ihre Flächen und sehen, wo der Boden nach Regen noch trägt.
  • Regenradar und Vorhersage. Das Regenradar zeigt die heranziehenden Niederschläge, die Wettervorhersage für 7 Tage beruht auf mehr als 20 Modellen. Ein Regenalarm meldet sich, sobald eine gewählte Menge gefallen ist.
  • Bodenfeuchte. Die Bodensonde Soilcrop misst Bodenfeuchte und Bodentemperatur in 10, 20, 40 und 60 cm Tiefe. Der Wert in 10 cm hilft einzuschätzen, ob eine Fläche zu nass für den Weidegang ist.
  • Temperatursumme im Frühjahr. Mit der Lufttemperatur Ihrer Fläche verfolgen Sie, wie sich die Temperatursumme ab Januar aufbaut, und sehen den Vegetationsbeginn kommen.

Zur Klarstellung: Die Station misst Regen, Temperatur und Feuchte, sie zählt keine Vorräte.

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